Psychotherapie bei Selbstwertproblemen

Selbstwert meint die Wertschätzung und das Vertrauen, das ein Mensch sich selbst entgegenbringt – ein Gefühl, das oft schon früh in der eigenen Geschichte geprägt wird und sich seither, meist unbewusst, durch das ganze Leben zieht.
Viele Menschen tragen ein leises, altes Gefühl des Nicht-genug-Seins in sich, das ihr Denken, Fühlen und Handeln lenkt, ohne dass es ihnen bewusst ist. Nach außen ist davon oft nichts zu sehen. Es zeigt sich manchmal gerade in besonders großem Ehrgeiz, in Perfektionismus oder im ständigen Streben nach Anerkennung – und ebenso im Rückzug, im Sich-klein-Machen oder in der Schwierigkeit, Nein zu sagen.

Woher ein brüchiger Selbstwert kommt
Der Selbstwert hängt nicht einfach von äußeren Faktoren wie sozialem Status oder materiellem Besitz ab, sondern von der inneren, oft tief verwurzelten Bewertung der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Wertes. Diese Bewertung entsteht in frühen Beziehungen: darin, ob man sich gesehen, angenommen und sicher gefühlt hat – oder ob Zuwendung an Bedingungen geknüpft war.
Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, hat das Minderwertigkeitsgefühl und den Umgang damit ins Zentrum seiner Theorie gestellt: Jeder Mensch kennt es, und jeder entwickelt Strategien, damit umzugehen. Problematisch wird es, wenn diese Strategien – Leisten, Gefallen, Kontrollieren, Vermeiden – das Leben mehr bestimmen als die eigenen Bedürfnisse.

Warum der Selbstwert so zentral ist
Ein gesunder Selbstwert ist wichtig für das psychische Wohlbefinden und die Fähigkeit, mit Herausforderungen und Belastungen umzugehen. Ein brüchiger Selbstwert hingegen kann sich in verschiedenen psychischen Problemen niederschlagen, etwa in Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Burnout oder in Beziehungen, in denen man sich immer wieder zurücknimmt. Die Arbeit am Selbstwert ist deshalb ein zentraler Bestandteil tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie – auch dann, wenn ein anderes Thema im Vordergrund steht.

Wie ich in der Therapie arbeite
Ich möchte Sie in unserer gemeinsamen Arbeit dabei unterstützen, den Ursprüngen dieser inneren Überzeugungen nachzuspüren, die verborgenen Muster hinter Ihrem Selbstbild zu erkennen und Schritt für Schritt ein stabileres, selbstverständlicheres Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.
Ein wesentlicher Teil davon geschieht in der therapeutischen Beziehung selbst: in der Erfahrung, angenommen zu werden, ohne etwas leisten zu müssen – und in der Möglichkeit, auch das auszusprechen, was man sonst aus Scham für sich behält.

Wann ein Erstgespräch sinnvoll ist
Wenn Sie sich selbst ständig kritisieren, Erfolge nicht annehmen können, sich in Beziehungen immer wieder zurücknehmen, sich von der Meinung anderer abhängig fühlen oder das Gefühl haben, sich Ihren Platz erst verdienen zu müssen – dann lohnt sich ein Gespräch. Selbstwertthemen sind auch ohne akute Krise ein guter Grund für Psychotherapie.