Psychotherapie bei Depression
Eine Depression kommt selten von einem Tag auf den anderen. Oft beginnt sie leise: Die Dinge, die früher Freude gemacht haben, lassen einen kalt. Der Antrieb fehlt, schon das Aufstehen kostet Kraft. Der Schlaf verändert sich, der Appetit auch, die Konzentration lässt nach. Dazu kommen Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld – und manchmal Gedanken an den Tod.
Viele Betroffene versuchen lange, das mit sich selbst auszumachen, und werfen sich vor, sich „nicht zusammenreißen“ zu können. Genau dieser Vorwurf ist bereits Teil der Erkrankung.
Depression ist mehr als Traurigkeit
Eine Depression ist keine bloße Reaktion auf Stress oder eine schwierige Phase, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Genetische Veranlagung und biochemische Vorgänge im Gehirn können sie mitbedingen.
Aus tiefenpsychologischer Sicht ist sie darüber hinaus oft Ausdruck von etwas, das im Verborgenen wirkt: innere Konflikte, unverarbeitete Erfahrungen, verdrängte Gefühle oder Muster, die tief in der eigenen Biografie verwurzelt sind – etwa ein früh gelerntes Gefühl, nur dann etwas wert zu sein, wenn man leistet, funktioniert oder es anderen recht macht. Diese tieferen Zusammenhänge erschließen sich meist erst im therapeutischen Prozess.
Wie ich in der Therapie arbeite
In der individualpsychologischen Psychotherapie geht es nicht nur um Linderung der Symptome, sondern darum, gemeinsam zu verstehen, welche unbewussten Zusammenhänge und Bedürfnisse hinter dem Erleben stehen. Wir schauen, wann die Schwere begonnen hat, was sich damals in Ihrem Leben verändert hat und welche älteren Themen dabei mitschwingen. Vieles davon zeigt sich auch im Hier und Jetzt – in Beziehungen, im Beruf, im Umgang mit sich selbst.
Dieses Verstehen ist der Boden, auf dem echte Veränderung möglich wird – nicht als Kraftakt, sondern Schritt für Schritt. Die Beziehung zwischen uns beiden ist mir dabei besonders wichtig: eine verlässliche, unterstützende Atmosphäre, in der auch Platz hat, was sonst ungesagt bleibt.
Wann ein Erstgespräch sinnvoll ist
Wenn gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit oder Interesselosigkeit über mehrere Wochen anhalten und Ihren Alltag einschränken, ist ein Erstgespräch sinnvoll. Auch bei wiederkehrenden depressiven Phasen – oder wenn Sie nach einer überstandenen Depression verstehen möchten, was sie ausgelöst hat – kann Psychotherapie hilfreich sein.
Bei schweren Depressionen ist die Zusammenarbeit mit Ärzt*innen, etwa zur medikamentösen Behandlung, oft sinnvoll. Das besprechen wir gemeinsam.
Depression bei Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich eine Depression oft anders als bei Erwachsenen: als Gereiztheit, Rückzug, Schulprobleme, körperliche Beschwerden oder eine scheinbare „Null-Bock-Haltung“. Ich arbeite auch mit Kindern und Jugendlichen und beziehe die Eltern eng ein → Psychotherapie für Kinder & Jugendliche.